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San Fransisco, die Westkueste, Seattle, Vancouver die Kaelte und wir...

Written in Canada
05/17/2003 by jazz

Ja, Lake Tahoe. Ein Skiort in Californien. Ueberall sagten sie es uns dort: an der Tankstelle, im Laden, in der Library: der laengste und strengste Winter seit ueber 10 Jahren. Im TV konnten wir Interviews hoeren mit Menschen von der Kueste, die extra angesichts der spektakulaeren Wetterverhaeltnisse, mit ihren Ketten an ihren Pickups ueber den Pass an den See kamen, wo man sonst um diese Jahreszeit seine Fuesse darin kuehlt... Und wir sind voll dabei. Am Samstag, 10. Mai ging es dann aber weiter. Haben wir am Morgen noch Schnee vom Sattel gewischt, so haben wir am Abend unser Zelt auf dem KOA Platz nahe (30 Meilen noerdlich) von San Francisco aufgestellt. Die Nacht wurde kalt. Sehr kalt. Und die Gegend um Frisco ist sehr neblig. So kam es, dass wir wegen der Kaelte und der Beduerfnisse, die sich wie mir scheint immer gerade dann entwickeln, schon um 6 Uhr wach waren (keine 3 Grad im Zelt) und das Zelt erst verliessen, als der Nebel der Sonne Platz machte (etwa 9 Uhr, etwa 10 Grad). Doch dann hielt uns nichts mehr auf und wir fuhren, via Golden Gate Bridge, die auch ohne Nebel irgendwie gespenstisch auf mich einwirkte mit ihren grossen, milchigroten Brueckenpfeilern, nach Down Town San Francisco.
Diese Stadt ist wirklich huegelig. Ich hatte Muehe, mein Motorrad an den Haengen mit der Bremse zu halten. Berganfahren musst Du hier koennen- zum Lernen bleibt Dir keine Zeit. Wir machten eine etwa 30 minutige Fahrt durch die Stadt (Down-Town-Teil) -so machen wir das immer: mit dem Motorrad einige Kurven durch die Stadt drehen, um sich einen ungefaehren Ueberblkick zu verschaffen, dann die Motorraeder abstellen um zu Fuss die Details zu erkunden. So also auch diesmal. Wir liefen die Huegel rauf, die Huegel runter, liefen durch Chinatown, durch den Bankdistrict (extrem schoene, mehrheitlich alte Hochhaeuser; allerdings nicht all zu spektakulaere architektonische Verwirrungen...), wir liefen dem Hafen entlang, wir liefen durch Wohnviertel (alles Holzhaeuser, mit Verandas, so richtig verschachtelt an den Hang gepflastert- aber schoen irgendwie) und wir liefen der Haupteinkaufsstrasse nach. San Francisco gefaellt mir; und meinem Helm, meinen Toeffstiefeln, meinen Toeffhosen und meiner Toeffjacke, die ich neben den Handschuhen, dem Kopfstrumpf, dem Fotoapperat und dem Getraenk auch noch irgendwie durch die Strassen schleppte, auch ( Ich gewoehne mich daran- und meine Oberarme auch! ;-)

Wir verbrachten noch eine 2. kalte Nacht im Zelt bei San Francisco (und irgendwie war es noch viel schlimmer, weil ich wusste, was mich erwartet und ich es trotzdem tat..). Der Tag und die folgende Strecke sollten mich aber wieder so richtig waermen- vom Herzen aus. Der Highway Number 1 war angesagt. Eine idyllische, kurvige Angelegenheit dierekt dem Pazifik entlang. Es war herrlich. Ich spuehrte die Brise vom Meer an meiner linken Koerperhaelfte. Ich roch das Meer und meine Augen konnten sich kaum satt sehen ab den Wellen, die sich einmal in einer Bucht brechen und einmal, in einer anderen Bucht, gar nicht erst zeigen.


Die Naechte verbrachten wir nun jeweils in Motels. Zum Zelten war es viel zu kalt. Wie hatten bis hoch nach Vancouver kaum mehr als 10 Grad am Tag und etwa 0 Grad bei Nacht. Doch zurueck zum Highway Number 1. Als dieser zu Ende war erreichten wir den westlichsten Punkt unserer Reise (N 40.37.302 W 124.13.048, Garberville CA USA) und fuhren auf dem Highway 101 weiter nach Norden. Langsam aber sicher kamen wir in das Gebiet der Reedwoods. Gigantisch. Wir fuhren in Waelder mit riesigen Baeumen mit roten Staemmen. Diese Baeume sind im Schnitt 2-3 Meter im Durchmesser und im Schnitt 100 Meter hoch. Zudem sind es sehr dichte Waelder und Lianenaehnliche Schlingen sind mit Moos bewachsen.... Voegel zwitschern und Du kannst den Himmel vor lauter Staemmen nicht sehen (die Krone dieser Baeume faengt erst total weit oben an.) Info: http://www.nps.gov/redw/


Unsere Reise ging entlang der Interstate 5 weiter nach Norden- nach Longview (nahe Portland WA). Wie immer auf der Interstate ging es auch diesmal darum, moeglichst viele Kilometer zu machen. Nur so viel: mit allen Stopps, Lichtsignalen usw. in den Kaeffern (etwa 3), hatten wir an diesem Tag eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 98.8 kmh! Am naechsten Tag erreichten wir, bei Regen und Kaelte, Seattle. Dort fuhren wir direkt zu einem Motel, luden unser Gepaeck ab, fuhren dann zum BMW Motorradhaendler (Kontakte fanden im Vorraus via e-Mail statt) und gaben die Bikes fuer den 10'000er Service ab. Bis zu diesem Tag hatte ich 9'000 auf der Reise gemachte km und insgesammt 12'000 km auf meinem Tacho. Ohne Bikes machten wir zum ersten Mal einen Versuch mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln einer amerikaischen Grossstadt. Und wenn man nicht gerade Down- Town ist, ist das gar nicht mal so einfach. Es waren mit dem Motorrad etwa 5 Minuten, etwa 3 Meilen bis zum Motel. Die Busse, es hatte also welche, fahren aber nur immer einer Strasse nach, und wir hatten etwa 3 Kreuzungen zu machen. Es blieb uns nichts anderes uebrig, als 3x umzusteigen. Pro Linie fahren 3 Busse pro Stunde. Wir hatten wohl beide Male (Toeff bringen und holen) nicht gerade Glueck und warteten diese 20 Minuten jedesmal.... so brauchten wir beide Male fuer einen Weg 2 Stunden. Naja, wenn man sonst nichts zu tun hat.... . Wir besuchten Seattle Down Town mit dem Bus; das heisst ohne Helm, ohne Toeffmontur- nur Fotoapparat! Hey Leute, ich wusste gar nicht wohin mit meinen Haenden!!!! Im Unterschied zu San Francisco hat es hier in Seattle viel mehr spektakulaere architektonische Wunder. Ich hoffe, unsere Bilder unterstuetzen diese Aussage. Der Hafen mit den kleinen Laeden, dem Fischmarkt, den schreienden Obstverkaeuferinnen und den Strassenkuenstlern gefiel mir sehr gut.
Nicht zuletzt weil es so kalt und einmal mehr regnerisch und windig war, gingen wir bald zurueck ins Motel, machten uns dort ein feines Znacht (wir kochen hier immer unter den Motelvordaechern mit unserem Benzinkocher oder wir kaufen Salat und Brot (Brot: einheikles Thema in den USA)) und gaben uns dann, wie immer in den Motels, dem TV hin. 60 Sender minmum. Und wir haben unsere Favoriten: der Weatherchannel aus reisetechnischen Gruenden, CNN und FOX damit wir auch wissen, wovor die Amis im Moment am meisten Angst haben.., dann Speed Channel an jedem 2. Weekend wegen der Formel 1, dann Court TV. Court TV, dazu muss ich einige Worte verlieren. Warum Court TV. Weil es einer der wenigen Sender ist, wo die Abschnitte und somit die Gesammtdauer der Sendung laenger sind als die Abschnitte der Werbung. Und dieser Sender ist spannend, gruselig, so richtig amerikanisch dramatisch und am Ende, so nach 3 h Court TV schaust Du unter Dein Bett um Dich zu vergewissern, dass sie den boesen Mann auch ganz sicher erwischt haben. Ein Sender, wo Gerichtsfaelle, besonders brutale, knifflige, misterioese Verbrechen aufgeklaert werden in einem Film, als waerst du 1 zu 1 dabei. Bei einer Sendung kannst Du sogar selber Detektiv spielen und zwischen Antwort A, B und C waehlen (Was war hier verdaechtig? A Der Zigarettenstummel im Aschenbecher B Dass er ein Alibi gab, ohne danach gefragt zu werden C Die Kratzspur an seinem Handgelenk - B natuerlich. Warum- Antwort folgt nach der Werbung))


Beinahe haette ich einen Fall fuer Court TV beitragen koennen. Dann naemlich, als ich am naechsten Tag nach 2 h Busfahrt die Rechnung fuer den BMW-Service in den Haenden hielt. Ich moechte die Summe nicht nennen. Doch der Preis war 3x so hoch wie fuer meinen letzten Service in der CH. Wobei keine Teile ersetzt werden mussten und das Motorrad auch nicht gereinigt wurde, wie das bei Mueller Jussel BMW in Moenchaltdorf ZH der Fall war.


Lassen wir dieses Thema und fahren wir weiter nach Vancouver- Kanada! Bei Regen und Kaelte gings problemlos ueber die Grenze und rein in die Stadt. Gleich auf den ersten Blick gefiel es mir hier sehr gut. Keine Quartiere mehr mit den grossen Shoppingcentern. Die Laeden sind wie bei uns kleiner und in der ganzen Stadt verteilt. Wir wohnen in einem Appartement mitten in Down Town und werden morgen, nachdem wir heute noch etwas joggen, alles genauer besichtigen. Ab morgen hat der Weather Channel fuer die naechsten 5 Tage Sonne und waermer angesagt. Das nenne ich ein schoenes Welcome to Canada!


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Written on the 33rd day of trip I - America/Africa
8'863 Km on the road


Route in Canada


 
 
 
 
 

Fotos around that time

Bay Bridge Frisco Down-Town
Bay Bridge Frisco Down-Town
Foto taken around San Francisco, USA.
May 2003
Am Highway Number 1
Am Highway Number 1
Foto taken around San Francisco, USA.
May 2003
Am Highway Number 1
Am Highway Number 1
Foto taken around San Francisco, USA.
May 2003
Golden Gate
Golden Gate
Foto taken between Lake Tahoe and San Francisco, USA.
May 2003