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Aus Phetchabun

Written in Thailand
11/20/2010 by phil

Mir haben sie jetzt nicht so geschmeckt, dafür hat es auch nur 25 Baht gekostet. Leider habe ich nicht gesehen, dass einige Meter weiter das Angebot viel grösser gewesen wäre. Am Nachmittag war ich einfach zu früh unterwegs, da war noch nix aufgestellt. Später am Abend natürlich Nachtmarkt vom feinsten! Kleider, Essen, Hello Kitty Handyzubehör,... Sogar Bananen habe ich gefunden. Die waren angeschrieben mit Preis und die sind wirklich teurer als im Supermarkt. Zurück im Hotel dann doch noch zwei anderen Touristen an der Rezeption. Zwei Männer, Typ ü50, mit Shorts und schmuddeligem T-Shirt über den Ranzen. Heute übrigens nicht ein einziges westliches Gesicht. Was mich nicht weiter wundert, denn nun habe ich endlich gewechselt auf die kleinen Strassen. Auf nun schmaleren aber weiterhin gut asphaltierten Strassen. Was nicht heisst, dass es mehr Kurven gäbe. Aber der Verkehr ist viel weniger, die Landschaft offener. Die Strassenränder sind nicht garniert mit Gebäuden, sondern Kilometerlange Fahrt durch Farmland. Vereinzelt dann einfache Bauernhäuser, einstöckig, einige aus Stein andere aus Holz. Mal stehen sie ebenerdig, mal auf Pfählen. Ab und zu bildet eine Ansammlung von Häusern ein kleines Dorf. In dessen Nähe dann auch immer noch einige Kuhweiden. Schöne schwarz-weiss gezeichnete Kühe, ähnlich unsren Fribourgern. Zu den wenigen Pick-ups, nun nicht mehr aufgemotzt, sondern mit Stroh oder Melonen beladen, gesellen sich Traktoren und Mähdrescher. Am Morgen habe ich mich für die Ostseite eines Hügelzuges entschieden, von Wegen Morgenlicht. Aber ich weiss nun gar nicht, ob ich schreiben soll, die Ebene hat einige Hügel, oder das Tal ist sehr breit. Irgendetwas dazwischen. Rein vom Licht hätte ich auch Westseite nehmen können. Was verrückt ist, ist einfach diese Vegetation. Es wird alles Mögliche angebaut, hauptsächlich aber Zuckerrohr, das schilfartig aus dem Boden ragt. Also das ist natürlich nicht das verrückte, sondern dass zur gleichen Jahreszeit, am selben Tag, auf gleicher Anbauhöhe, alle Entwicklungsstadien gleichzeitig vorkommen. Hellgrün strahlen Felder von Jungpflanzen, dunkler und hoch wie ausgewachsene Maispflanzen die etwas älteren und gleich darauf folgt wieder ein Feld mit verdorrten Stoppeln. Auf einem Fleck wechseln sich Frühling, Sommer und Herbst ab, ein wundervolles doch eigenartiges Bild.

Die Mofafahrer tragen in dieser Gegend nun nicht mehr so oft Helme. Und öfters habe ich nun auch Kinder auf Mofas gesehen, konkret Jungs. Vielleicht so zwölf Jahre alt. Die sind dann immer zu zweit auf dem Moped und tuckern im Dorf rum. Schnell fahren die Mofas in dieser Gegend nicht, verschwunden sind die gepimpten Roller der Stadtbevölkerung. Mit Blick auf meine lieben Patenkinder und deren besorgten Eltern: „Nein, ich finde das herum fahren mit Mofas überhaupt nicht läss, als ich so alt war hatte ich das weder gewollt noch gemacht. Bleibt brav.“. Habe ich Dir eigentlich schon einmal die Geschichte erzählt, als meine Mutter in Sizilien, im Bus sitzend den Hügel hoch nach Taormina, sich gewundert hat, wer so frech ist, den Bus mit einem frisierten Mofa auf der Innenseite zu überholen, als der für die nächste Kurve ausgeholt hatte, bis sie gemerkt hat, dass es ihr Sohn war? Schon erzählt? Ah, ok, ich möchte mich nicht wiederholen. Aber der Vermieter hat nicht nach dem Alter gefragt und wollte auch kein Fahrausweis sehen, ehrlich.

Ein Dorf zwischendurch, da wo sich zwei Strassen kreuzen, war etwas grösser. Während dem Fahren ist es alleine nicht viel anders als zusammen. Doch vorher, in den Pausen und natürlich am Abend fehlst Du mir. Langeweile ist halt auch zu zweit viel spannender. Aber in einem solchen Dorf Pause machen ist für mich ja nicht Langweilig, etwas gespannt war ich schon, wie die Leute reagieren. Die gängigen Ladenketten fehlen gänzlich. Keine Pompösen Tankstellen an denen die Männer im laufenden Auto sitzen bleiben, während ihre Frauen im 7-eleven Shop etwas kaufen gehen und schon gar keine Tesco und Co. Irgendwie hatte ich den Eindruck, die Leute reagieren etwas scheuer, schauen einen nicht so direkt an. Aber wie immer ist die KTM der Brecher. Beidseitig zaghaft, lächeln, Daumen hoch, super Moto und kannst Du bitte ein Foto von mir machen.

Nach zwei Dritteln der Strecke habe ich wieder auf die Hauptstrasse gewechselt, weil ich sehen wollte, wie der Unterschied ist. Sofort wieder doppelspurige Strassen, richtungsgetrennt mit begrüntem Mittelstreifen. Links und rechts Industriegelände oder Kleingewerbe. Immer wieder mal kleine Städtchen mit ihren überregulierten Kreuzungen, dabei etwas Pech, ich hatte fast keine Rotphase ausgelassen. Die Temperaturen sind wieder deutlich höher, Phetchabun liegt wieder einiges tiefer als Pak Chong. Die beiden Orte sind ähnlich gross, Phetchabun hat aber mehr Stadtflair, ist gleichzeitig aber verschlafener. Das Hotel von heute ist vergleichbar mit dem von gestern, eigentlich sogar noch besser. Kostet aber fast nur die Hälfte, so viel zum Thema Touristendestination. Morgen dann möchte ich das Land queren und an den Westrand. Es zieht sich aber und ich fühle mich leicht erkältet. Mal schauen, wie weit ich komme. Zwischendurch ist es dicht besiedelt. Wenn ich mich nicht hundert pro fühle, fahre ich einfach links ran und übernachte irgendwo zwischendurch. Ach ja, das muss ich auch noch erwähnen. Vielleicht steuere ich Chiang Mai doch an. Da ist dieses eine schleifende Geräusch vom Vorderrad her. Hm, weiss nicht so recht, von wo es kommt, hoffentlich ist das nicht ein Lager, aber Bremse ist es glaube ich auch nicht. Auf halber Strecke habe ich das zum ersten Mal so richtig wahrgenommen, es war aber bestimmt gestern auch schon da, vielleicht auch schon viel länger. Und urplötzlich kriecht dieses Surren in deinen Kopf und verhakt sich da, klammert sich richtig fest, so dass du während dem Fahren fortan nur noch dieses eine Surren wahrnimmst und die ganzen restlichen Motorgeräusche wie ausgeblendet werden. Es bleibt spannend. Stay tuned.

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Written on the 124th day of trip IV - India/Asia/Australia
7'768 Km on the road


Route in Thailand


 
 
 
 
 

Fotos around that time

Village in the back country of Thailand
Village in the back country of Thailand
Foto taken between Pak Chong and Phetchabun, Thailand.
Nov 2010
A mans live packed in three bags, motorcycle traveling
A mans live packed in three bags, motorcycle traveling
Foto taken between Pak Chong and Phetchabun, Thailand.
Nov 2010
Road through the farmland, Central Thailand
Road through the farmland, Central Thailand
Foto taken between Pak Chong and Phetchabun, Thailand.
Nov 2010
Crops in every color, countryside central Thailand
Crops in every color, countryside central Thailand
Foto taken between Pak Chong and Phetchabun, Thailand.
Nov 2010