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Aus Pak Chong

Written in Thailand
11/19/2010 by phil

Die Zeit wüsste ich jetzt gar nicht mehr so genau, aber ich bin relativ früh los. Mit dem Notebook und dem Proviant wird die Packtasche dann doch nochmals etwas schwerer. Aus Bangkok raus kam ich sehr gut, recht flüssig, ab und zu etwas drängeln, aber gestanden bin ich nur etwa drei bis vier Mal. Auf einmal hat es dann keine Motorräder mehr, obwohl es erlaubt wäre. Es wird recht schnell gefahren und um in der Masse mit zu schwimmen, fuhr ich etwas über 80. Bis dahin aber schon gut Abgase eingeatmet, mindestens 40 Zigi-Äquivalent. Das Gesicht der Stadt ändert sich auch bis an den Rand nicht gross. Nach einer Stunde Fahrzeit war ich definitiv draussen und ich drosselte das Tempo auf unser gemütliches 70. Jetzt hat es wieder fast nur Pick-ups auf der Strasse und natürlich auch wieder viele Mofas im Dorf zu Dorf Verkehr. Nach zwei Stunden fahren hatte ich gerade das letzte Städtchen hinter mir gelassen, auf der Zugangsstrasse zum Khao Yai Nationalpark. Eigentlich wollte ich nochmals Pause machen, aber da kam keine Tankstelle mehr oder sonst eine andere Gelegenheit, im Schatten anzuhalten, ohne einer Familie in den Garten zu seichen. Die Vegetation wurde schnell buschiger, die Strasse stieg auf einmal an und es wurde kurvig. Kurz darauf eine Schranke, der Parkeingang, da musste ich für Fahrzeug und mich Eintritt bezahlen.

Im Park drin dann war es ganz toll. Immer wieder Haltenischen, Aussichtspunkte und Merktafeln. Die Strasse war traumhaft leer, richtig schön kurvig und die Luft, die Temperatur immer angenehmer mit jedem Meter, den man empor stieg. Es gab viele Vögel zu sehen und ganz viele, unterschiedliche Schmetterlinge. Kleine helle, diese ganz viel und etwas seltener so richtig grosse bunte. Und dann auf einmal beachtete ich riesige Haufen. „Die sind recht frisch“, denke ich mir da so, fahre aber weiter in meinem easy cruising speed. Das ganze wiederholt sich, auch viele ältere Spuren vegetarischer Ernährung, „Dumping area halt, da werden sie am Abend sein.“. Beim ersten Ast, der da auf der Strasse lag, dachte ich noch überhaupt nichts. Beim zweiten und dritten Mal, das waren halbe Bäume, die da die Fahrbahn versperrten, sah ich deutlich, dass die Bruchstellen ganz frisch sind. Da war ich mir sicher, hier hat es Elefanten in der Nähe. Nochmals einige Kurven später stand dann tatsächlich so ein Kerl vor mir! Auf meiner Fahrspur, aber schön am Rand. Der Grösse nach und da er Stosszähne hatte, denke ich, dass es ein relativ junger Bulle war. Der hat sicherlich vor kurzem ein Bad genommen, seine Haut war erstaunlich hellgrau, schön gleichmässig und relativ glatt. Aber gehalten habe ich natürlich nicht! Bin schön um ihn herum gefahren. Aber das war schon ein Gefühl, so fünf Meter neben so einem Tier, Augen auf der Höhe seines Allerwertesten, vorbei zu fahren! Der erste Elefant auf freier Wildbahn mit dem Motorrad! Yeah! Ein Foto habe ich auch weiter vorne nicht gemacht, man weiss ja nie, die heutige Jugend, das ist bei den Elefanten doch nicht anders…

Die Suche nach einem Platz zum Mittagessen war schwieriger als erwartet. Gleich nach der nördlichen Parkgrenze säumt die Strasse dutzende Souvenirshops, Restaurants, Resorts und all das Zeugs. Zum einen war aber viel zu wenig los, so dass nirgendwo wirklich was lief. Zum anderen machen sie da einen auf Cowboy und Wilder Westen, will heissen – ach wie originell – Fleisch, Fleisch, Fleisch. Steakhouse oder flambierte Hähnchen a la Tunisie. Und wie immer, bei den einen fährst du vorbei, weil du denkst, da kommt noch was Besseres und da, wo ich dann tatsächlich gehalten habe, war geschlossen. Ich habe immer wieder auf die Uhr umgeschaltet auf dem GPS denn ich wollte unbedingt irgendwo sein, wenn Du landest, damit ich gleich ein SMS schreiben kann. Tatsächlich bin ich bei einer PTT Tankstelle auf den 7/11 Parkplatz gefahren in dem Moment, wo die Räder deines Flugzeugs vermutlich den heimischen Boden berührt haben.

Nach diesem Halt bin ich nun nur noch wenige Kilometer nach Pak Chong gefahren. Eine kleine Stadt, die man nicht unbedingt gesehen haben muss. Sie liegt aber immer noch etwa 330 Meter hoch, Tageshöchstpunkt war übrigens etwa 750MüM, und das Klima ist dadurch sehr angenehm, nicht drückend. Aber von dem, was ich gesehen habe, lässt sich sagen, der Ort sprüht jetzt nicht von Charme. Viel Gewerbe, relativ viel Verkehr, aber kein eigentliches Zentrum. Food Courts habe ich nicht entdeckt, kleine Läden scheinen alle vom grossen Tesco Lotus am Stadtrand verdrängt worden zu sein. Einige Essständchen habe ich schon entdeckt, aber da würdest Du auch nicht essen wollen.

Das Hotelzimmer ist gewohnt grosszügig im Grundriss, etwas in die Jahre gekommen. Die Teppiche im Gang schon arg abgewetzt, im Zimmer ein sandfarben bemalter, teppichloser Boden. Die Dusche funktioniert mit Durchlauferhitzer, aus dem Klo mottet das Wasser schon bevor man sich erleichtert hat, es hat aber Frottiertücher, Klopapier, Seife und Shampoo. Die Möbel sind aus dunklem Holz, ein grosses Bett, ein Schrank mit herausnehmbaren Kleiderbügeln, zwei tiefe Sessel mit Tischchen, sogar ein Schminktisch mit grossem Spiegel steht an der einen Wand. Eine Glotze steht auf einer Kommode, in welcher auch ein kleiner Kühlschrank steht. Dazu gratis zwei kleine Flaschen Wasser, es steht ein grosser Wasserkocher bereit und sogar Fertig-Nudelgerichte daneben. Wie immer fehlt auch hier die Uhr nicht, dieses Mal so eine rustikale mit dickem, dunkelblauen Rand, quadratisch mit abgerundeten Ecken. Etwas grösser als üblich sind die kleinen Ameisen im Bad, was mir jetzt spontan in den Sinn kommt – in der Stadt habe ich keinen einzigen Hund gesehen. Hundefutter-Shop schon, aber Hund, nein. Aber das wirklich allererstaunlichste an diesem Zimmer ist, Du glaubst mir das natürlich nicht, aber ich lüge nicht: Die Lamellen der Klimaanlage SIND NOCH GANZ!!!

Nach dem einchecken habe ich mich hingelegt und gleich mal eine Stunde gepennt. Letzte Nacht habe ich wirklich nicht lange und auch nicht so gut geschlafen. Das Bett war einfach zu leer. Das hat mir sehr gut getan. Vorhin bin ich dann noch zu Fuss rum gelatscht. Als ich in das Städtchen fuhr, habe ich etwa einen Kilometer vor dem Zentrum ein Shop gesehen, der gross für Motul Oil geworben hat. Da bin ich als erstes hin. Na ja, es hat vermutlich nicht sehr viele Touristen, die sich nach Pak Chong verirren und nicht in einem der Resorts verweilen. Und es wäre vermutlich schon speziell, wenn ein Einheimischer die Strasse entlang geht, die meistens gar kein Gehsteig hat. Umso komischer haben die Einheimischen und ich uns so angeguckt, als ich da so vor mich hin trottete. Aber es hat sich gelohnt! Tatsächlich konnte ich in diesem Shop, als ich ihn erreicht habe, Motul Off-road Kettenspray kaufen. Und da gab es aber noch viel mehr, gerade für den Motorrad Off-road Bereich. Fahrerausrüstung einer Marke, die ich jetzt nicht nennen darf, aber die auch gut ist. Oder hat Freidig auch Fox-Racing? Cross- Reifen von Dunlop und, und, und. Ganz herzig war die Verkäuferin, wie man sich Asien so vorstellt: „Ofloud“ und „O’loud“ für Off-road und On-road.

So, jetzt muss ich mal gucken, was ich zu Abend esse. Evtl. mache ich den Herdöpfelstock, nochmals raus zu gehen, habe ich heute nicht mehr so Lust. Morgen fahre ich weiter Richtung Norden. Wie und wo, weiss ich noch nicht, da muss ich erst noch auf die Karte schauen und mir einen Plan zurechtlegen. Es bleibt spannend. Stay tuned.

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Written on the 123rd day of trip IV - India/Asia/Australia
7'522 Km on the road


Route in Thailand


 
 
 
 
 

Fotos around that time

Khao Yai National Park, Thailand
Khao Yai National Park, Thailand
Foto taken between Bangkok and Pak Chong, Thailand.
Nov 2010
World Heritage, the Khao Yai NP, Thailand
World Heritage, the Khao Yai NP, Thailand
Foto taken between Bangkok and Pak Chong, Thailand.
Nov 2010
Standard Room, Pak Chong, Thailand
Standard Room, Pak Chong, Thailand
Foto taken between Bangkok and Pak Chong, Thailand.
Nov 2010
Streets of Bangkok, Thailand
Streets of Bangkok, Thailand
Foto taken around Bangkok, Thailand.
Nov 2010